geschlossen
Woher kommen die Flüchtlinge nach Sachsen?

Woher kommen die Flüchtlinge nach Sachsen?

28. September 2015

IMG_7462
Krieg, Unterdrückung und Armut – das sind die häufigsten Ursachen für eine Flucht. Niemand verlässt seine Heimat und seine Familie leichtfertig. Betrachtet man die verschiedenen Herkunftsländer gibt es dennoch unterschiedliche Gründe für eine Flucht.

Wir von Asylfakten.de haben die aktuellen Zahlen zu den Hauptherkunftsländern bei der Landesdirektion Sachsen abgefragt. Demnach kamen im Juli und August 2015 die meisten Flüchtlinge aus folgenden Ländern nach Sachsen:

  1. Syrien (42%)
  2. Afghanistan (11%)
  3. Albanien (11%)
  4. Irak (7%)
  5. Pakistan (7%)

Betrachtet man die bisherigen Zahlen für 2015 (Stand August), fällt auf, dass die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Sommer 2015 angestiegen ist. So kamen von Januar bis August durchschnittlich 21% aller Flüchtlinge aus Syrien, im Juli und August waren es 42%. Doch warum ist das so?

Was ist los in den Kriegsgebieten?
In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Der Islamische Staat (IS) ist mittlerweile zur stärksten Macht im Land geworden, kämpft gegen die Regierung und die Rebellen zugleich. Die Lage verschlimmert sich täglich. Besonders junge Männer müssen um ihr Leben fürchten. Ihnen drohen Zwangsrekrutierung durch die Armee, Verfolgung und Tod.
Aufgrund der aussichtslosen Lage in ihrer Heimat verlassen häufig ganze Familien das Land. Die ersten Anlaufstellen für Syrer waren bisher Nachbarländer wie Jordanien. Die Versorgung und die Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern vor Ort sind allerdings miserabel, die Chancen ins Heimatland zurückzukehren verschwindend gering. Der einzige Ausweg ist die Flucht nach Europa und Deutschland. Aufgrund der hohen Kosten und die Gefahren der Flucht, gehen häufig die Männer vor. Dazu hier noch mal unser Lesehinweis „Warum fliehen gerade jetzt so viele Menschen“ vom 17.9.2015.

Auch Afghanistan und der Irak gehören zu den Ländern, in denen militärische Konflikte toben. Unruhen, Anschläge und religiöse Diskriminierung gehören für die Bevölkerung zum Alltag. Eine ähnliche Krisensituation herrscht in Pakistan. Während der Norden des Landes von verschiedenen Rebellengruppen umkämpft wird, toben zwischen Indien und Pakistan Unruhen um die Region Kaschmir. Zivilisten geraten dabei häufig zwischen die Fronten und müssen ihr Land verlassen.

Nur noch 0,5 Prozent aus dem Kosovo

Zwar herrscht in den Balkangebieten aktuell kein Krieg aber dennoch ist die Lage vor Ort für viele Menschen nicht ganz so einfach. In Albanien, Serbien, Mazedonien und dem Kosovo sind Korruption und organisierte Kriminalität an der Tagesordnung, viele Menschen sind arbeitslos. Die Bevölkerungsgruppe der Roma wird diskriminiert und ist von politischer Teilhabe meist gänzlich ausgeschlossen.

Trotz dieser chaotischen Situation in den Balkangebieten sind die Flüchtlingszahlen in den Sommermonaten zurückgegangen. Betrachtet man etwa den Kosovo, so kamen bis August 10% aller Flüchtlinge aus dem Kosovo nach Sachsen. In den beiden Sommermonaten waren es lediglich 0,5%. Eine ähnlich rückläufige Entwicklung zeigt sich übrigens auch für Mazedonien und Serbien. Lediglich aus Albanien ist der Prozentsatz mit etwa 11% in den Monaten Juli und August konstant geblieben.

 

Redaktion

Redaktion

Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

Warum wird jetzt die Bundeswehr eingesetzt?

Warum werden so wenige Asylbewerber abgeschoben?

Kommentar hinterlassen