geschlossen
Wie meldet man rassistische Kommentare bei Facebook?

Wie meldet man rassistische Kommentare bei Facebook?

7. September 2015

Wie meldet man rassistische Kommentare bei Facebook?

Im Zusammenhang mit Flüchtlingen überschlagen sich so manche Rassisten in kreativen Beschimpfungen und Hasstriaden. In der scheinbar anonymen Netzwelt oft sogar noch heftiger als am Bierstammtisch in der Kneipe. Was kann man tun, wenn man bei Facebook menschenfeindliche Kommentare liest?

Melden!

Es ist möglich, jeden Kommentar an Facebook selbst zu melden. Dafür klickt man auf den entsprechenden Kommentar, wählt zunächst „Verbergen“ (das kleine Kreuz rechts) und dann „Melden“. Anschließend wird diese Meldung von Facebook überprüft und der Kommentar – sollte er gegen die Richtlinien verstoßen – entfernt.

Probleme

Hier liegt das Problem: „Fakt ist leider, dass viele Inhalte von Facebook nicht entfernt werden, weil sie angeblich nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“, schreibt Thomas Huttner auf seinem Blog. Ein Problem, das schon mehrfach bemängelt wurde. Nun macht auch die Politik Druck: Bundesjustizminister Heiko Maas traf sich am 14.9.2015 mit Vertretern von Facebook, um einen gemeinsamen Weg zu finden, wie solche Kommentare schneller gelöscht werden können. Facebook möchte außerdem eine Kampagne starten, die Hilfe bei der Gegenargumentation bietet.

Anzeige erstatten

Noch eine Alternative: Jeder rassistische Kommentar kann bei der Polizei angezeigt werden. Das geht auch online. Auch über Jugendschutz.net kann eine entsprechende Meldung erfolgen. Wichtig ist es in jedem Fall, Screenshots der entsprechenden Unterhaltungen zu sammeln.

Was ist richtig?

Ob man einen Kommentar an Facebook meldet oder gar zur Anzeige bringt – die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Sticht ein Facebook-Nutzer besonders mit rassistischen Kommentaren hervor und fällt er mit Beleidigungen immer wieder negativ auf, hilft möglicherweise tatsächlich nur die Gesetzeskeule.

Counter Speech – Gegenrede

Als Alternative zu Meldung oder Anzeige nennt etwa der Blogger Sascha Lobo die „Counter Speech“, also „Gegenrede“. Dabei komme es darauf an, Hasskommentare nicht mit Gegenhass zu beantworten, so emotional naheliegend das auch sein mag. Viel besser: nicht hasserfüllte Worte, sondern Aufklärung und sachliche Gegenargumente überzeugen.

Redaktion

Redaktion

Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.
Asyl Männer

Warum kommen so viele Männer ohne Familie?

„Flüchtlinge“ oder „Asylbewerber“ – was denn nun?

2 Kommentare

  1. Vielleicht solltet ihr hier erst mal rassistisch definieren und erklären was Meinungsfreiheit in Deutschland ist. Der Hinweis auf den Tipp von Sascha Lobo sollte ganz oben stehen.

    1. Die Fragen „Wo fängt Rassismus an?“ und „Was ist rassistisch?“ haben wir auf dem Schirm und gehen diesen Fragen gerade nach. Eine Antwort darauf wird in den nächsten Tagen folgen. (red)

Kommentar hinterlassen