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Wie viele radikale Islamisten sind unter den Flüchtlingen?

Wie viele radikale Islamisten sind unter den Flüchtlingen?

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Laut Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), liegen bisher „keine belastbaren Erkenntnisse vor, dass dschihadistische Gruppierungen die Flüchtlingsströme zielgerichtet zur Infiltration des Bundesgebietes durch Einzeltäter oder Gruppen genutzt haben.“ Das sagte er dem Tagesspiegel. Auch Bundesnachrichtendienst-Chef Gerhard Schindler äußerte gegenüber der Tagesschau, momentan gebe es keine Anzeichen, dass beispielsweise der „Islamische Staat“ Kämpfer über die Fluchtrouten nach Europa schickt. ARD-Terrorismus-Experte Michael Götschenberg gibt zu bedenken:

Kämpfer des „Islamischen Staates“ oder anderer islamistischer Terrororganisationen sind gar nicht darauf angewiesen, diese beschwerlichen, langwierigen und gefahrvollen Routen auf sich zu nehmen – sie steigen einfach in ein normales Flugzeug.

Die eigentliche Gefahr gehe laut Tagesschau und Welt von hier lebenden gewaltbereiten Islamisten aus, die häufig von Europa aus in den „Heiligen Krieg“ gezogen waren und dort zu Kämpfern ausgebildet wurden. Momentan geht man von bis zu 730 Islamisten (Quelle: Tagesschau) aus, die nach Syrien und in den Irak ausreisten und dort u. a. den Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoff lernen. Von ihnen sind bereits zwischen 180 (Welt) und 280 (Tagesschau) zurückgekehrt – teilweise kampferprobt. Die Behörden gehen jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus.

Integration statt Isolation

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen äußerte allerdings gegenüber dem Tagesspiegel die Befürchtung, dass radikale Islamisten die Not der in Deutschland lebenden Asylbewerber für ihre Zwecke missbrauchen könnten:

Es bereitet uns große Sorge, dass Islamisten in Deutschland unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe versuchen, die Situation der Flüchtlinge gezielt für ihre Zwecke zu missbrauchen, Asylbewerber zu missionieren und zu rekrutieren. Unser Augenmerk liegt besonders auf jugendlichen unbegleiteten Flüchtlingen, die eine leichte Beute der Islamisten sein könnten.

Liberale muslimische Verbände weisen deshalb darauf hin, wie wichtig es sei, die in Deutschland angekommenen Asylsuchenden nicht sich selbst zu überlassen. Vielmehr sollten sie in unsere Gesellschaft integriert und ihnen eine Perspektive geboten werden. Ahmad Mansour, Sprecher des humanistisch-liberalen Muslimischen Forums Deutschland, sagte dem Magazin pro:

Es geht darum, in den Diskurs, in einen Dialog mit den Menschen zu kommen. Nur dadurch können wir die Ängste, die diese Menschen mit diesem für sie fremden Land verbinden, wegnehmen und ihnen einen positiven Bezug zu diesem Land vermitteln.

Redaktion

Redaktion

Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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Lesehinweis: Asyl-Portal des Landes Sachsen

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