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Werden Diebstähle in Supermärkten verschwiegen?

Werden Diebstähle in Supermärkten verschwiegen?

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Supermärkte müssen wegen klauender Asylbewerber schließen, tolerieren Diebstähle oder erhalten wegen all dieser Probleme gar Ausgleichszahlungen aus Steuergeldern. Die Gerüchteküche rund ums Einkaufen brodelt und wird laufend angeheizt. Fakt ist jedoch: Nichts davon ist wahr.

Schubladendenken: Der unzivilisierte Ausländer

Es ist ein Vorurteil, und zwar ein ziemlich fremdenfeindliches: Der „wilde“ Flüchtling kommt nach Deutschland und benimmt sich hier undankbar und unzivilisert. Wozu auch gehört, im Supermarkt nicht zu bezahlen – so kenne er es schließlich von zu Hause und überhaupt würde er sich ja nicht um hiesige Regeln scheren. „Wer solche Gerüchte verbreitet, sollte dringend ärztlichen Rat über seine geistige Gesundheit einholen“, sagt Dresdens Stadtsprecher Kai Schulz gegenüber sz-online.de. Für Flüchtlinge, die in der Obhut der Stadt Dresden seien, gäbe es zwar eine Betreuung durch Sozialarbeiter, heißt es weiter. Dies könne durchaus umfassen, dass Flüchtlinge den Einkauf in hiesigen Supermärkten ,erlernen‘ würden. „Mit Diebstahl oder dergleichen habe dies aber nichts zu tun, ’sondern ausschließlich mit der Frage, wie ein solcher Einkauf ganz technisch funktioniert‘.“

Auch die Stadt Zwickau schreibt auf ihrer Website, dass weder die Stadt noch der Landkreis für Schäden durch Diebstahl aufkommen. Im Gegenteil: Bisher habe sich noch kein Zwickauer Supermarkt bei der Stadtverwaltung beschwert, dass Asylbewerber oder Flüchtlinge überdurchschnittlich oft stehlen würden.

In Heidenau reagierte der Real-Markt neben der Flüchtlingsunterkunft mit einem Aufsteller auf ähnliche Gerüchte. Darin heißt es:

„Hetzerische und böswillige Gerüchte, dass Diebstähle zugenommen haben, seitdem die Flüchtlinge ihre Unterkunft bezogen haben, stimmen nicht. Auch Gerüchte um Ausnahmeregelungen, dass Flüchtlinge bei Diebstählen bis zu einem Warenwert von z. B. 50 Euro nicht belangt werden würden, stimmen ebenfalls nicht. „

Weiterhin stimme ebenfalls nicht, dass ab 20 Uhr nur noch Flüchtlinge einkaufen dürften. Der Markt sei für alle Kunden bis 22 Uhr geöffnet. Asylsuchende erhielten auch keine Einkaufsgutscheine. Sie würden wie alle anderen Kunden behandelt.

Wacker hält sich auch das Gerücht, dass Diebstähle oftmals nicht zur Anzeige gebracht werden (dürfen). Auch das stimmt nicht. Gegenüber sz-online.de sagte der Dresdner Polizeisprecher Thomas Geithner:

„Ob das der Penny-Markt in Meißen oder Primark in Dresden war, die Geschäftsleitung hat uns immer bestätigt, dass Diebstähle natürlich zur Anzeige gebracht werden.“

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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