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Wer betreut die Asyleinrichtungen in Sachsen?

Wer betreut die Asyleinrichtungen in Sachsen?

7. Oktober 2015

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In Sachsen sind das – neben dem DRK – die Malteser, die Volkssolidarität und die Johanniter. Die Hilfsorganisationen leisten humanitäre Nothilfe, das heißt, sie kümmern sich um die:

  • Grundversorgung – Sie stellen in den Unterkünften Zelte, Feldbetten und Lebensmittel zur Verfügung.
  • Unterstützung bei der Alltagsbewältigung
  • Integration – Sie bieten Sprachkurse an und Hilfe beim Einstieg auf dem Arbeitsmarkt.
  • medizinische Versorgung, denn Menschen ohne Aufenthaltstitel haben nur einen beschränkten Zugang zum Gesundheitssystem.

Diese Aufgaben werden für die festen Erstaufnahmeeinrichtungen wie Chemnitz, Schneeberg und Leipzig von der Landesregierung ausgeschrieben und somit teilprivatisiert. Die Hilfsorganisationen können sich darauf bewerben. In Sachsen wurden die Malteser ausgewählt. Sie setzen dafür speziell ausgebildetes Personal ein. Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter ist natürlich immer willkommen.

Bei den kurzfristig eingerichteten Notunterkünften würde eine europaweite Ausschreibung jedoch zu lang dauern. Hier ist zunächst die Landesdirektion – also der Staat – für die Betreuung zuständig. Sie gibt allerdings die Betreuung der Asylsuchenden an die Hilfsorganisationen weiter.

Wie viele Menschen arbeiten in Sachsen in der Flüchtlingshilfe?

Beim DRK in Sachsen sind etwa 250 Mitarbeiter täglich für die Flüchtlingshilfe im Einsatz. Hinzu kommen noch zwischen 300 und 500 Ehrenamtliche. Auf Anfrage teilte das DRK Sachsen beispielhafte Zahlen für die Leipziger Messehalle mit. Dort werden die circa 1600 Asylsuchenden von derzeit 40 DRK-Mitarbeitern im Drei-Schicht-Betrieb betreut. Unterstützung gibt es von fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern, die vor allem Deutschkurse geben. Außerdem hilft die Bundeswehr in der Tagschicht mit 10 und in der Nachtschicht von 7 Mitarbeitern.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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