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Warum reinigen Flüchtlinge ihre Unterkünfte nicht selbst? (User-Frage)

Warum reinigen Flüchtlinge ihre Unterkünfte nicht selbst? (User-Frage)

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Natürlich können und dürfen die Flüchtlinge ihre Unterkunft auch selbst reinigen. Viele tun dies freiwillig, sehen es als eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig wird die Übernahme von Reinigungsarbeiten in Flüchtlingsunterkünften auch als sogenannte Arbeitsgelegenheit nach § 5 AsylbLG angeboten und mit 1,05 € pro Stunde entlohnt.

„Allerdings kann auf der Grundlage einer ausschließlich freiwilligen Reinigungstätigkeit keine verlässliche, regelmäßige Reinigung von Sanitäreinrichtungen in Asylunterbringungsobjekten gewährleistet werden“, sagt Jana Klein, Pressesprecherin  der Landesdirektion Sachsen. Diese Reinigung in Eigenregie sei insbesondere deshalb nicht praktikabel, da die meisten Asylbewerber nur eine verhältnismäßig kurze Zeit in den Unterkünften blieben.

Krankheiten vermeiden

Wenn viele Menschen auf engem Raum leben, ist es schwer, einheitliche Hygiene-Standards zu garantieren und den Überblick zu bewahren. Vor allem im Bereich der sanitären Anlagen können sich Keime und Krankheiten schnell ausbreiten. Um dies zu vermeiden, braucht es eine professionell organisierte Reinigung.

„Im Hinblick auf die Gewährleistung der allgemeinen Hygiene haben die Einrichtungen einen sogenannten Hygieneplan erstellt, der sich aus dem Infektionsschutzgesetz ergibt und die Entstehung und Verbreitung ansteckender Krankheiten verhindern soll“, so Klein. Solche Hygienepläne seien auch für Kindertagesstätten, Krankhäuser und Seniorenheime mittlerweile Standard.

Zudem müssten versicherungstechnische Aspekte berücksichtigt werden. Die Autoren des Main Echos sind der Putz-Frage ebenfalls auf den Grund gegangen und erklären: „Der Reinigungsdienstleister sei versichert, Asylbewerber nicht.“ Wenn sich infolge der Reinigungsarbeiten jemand verletzt oder etwas beschädigt wird, könne die Reinigungsfirma den Schaden weitestgehend unproblematisch abwickeln. Bei Flüchtlingen sei dies hingegen nicht der Fall.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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