geschlossen
Lesehinweis: Muslime in Sachsen

Lesehinweis: Muslime in Sachsen

160301_muslimeinsachsen

„Ein Anschlag auf Zupfkuchen und Eierschecke…“: So beginnt ein Beitrag des MDR-Kulturmagazins Artour über muslimisches Leben im Freistaat. Anlass für den Film war die Veröffentlichung des Buches „Muslime in Sachsen“ von Verena Klemm und Marie Hakenberg. Klemm ist Professorin, Hakenberg Mitarbeiterin am Orientalischen Institut der Universität Leipzig. In ihrem Buch diskutieren sie Fragen zur Integration, setzen sich mit den Themen Religion, Recht, Arbeit und Engagement auseinander und begeben sich auf die Suche nach historischen Spuren, die der Islam in Sachsen hinterlassen hat. Zur Erinnerung: Weniger als 1 Prozent der in Sachsen lebenden 4 Millionen Menschen sind Muslime.

„‚Muslime in Sachsen‘ schildert in eindringlichen Porträts, wie heute schnelle Statusklärungen, Sprachkurse und Arbeitsmöglichkeiten den Integrationserfolg entscheiden“, heißt es im Artour-Beitrag. Das Buch spart aber auch die Herausforderungen nicht aus, vor denen Sachsen und seine Bevölkerung im Umgang mit hier bereits beheimateten oder ankommenden Muslimen stehen. In einem begleitenden Interview mit mdr.de
sagt Verena Klemm dazu Folgendes:

Wir haben in der islamischen Welt tatsächlich eine starke Radikalisierung, wir haben auch eine Übersexualisierung. Es gibt Muslime, vor denen man Angst haben kann und die man mit Recht hier nicht haben will. Man darf nur nicht den Fehler machen, dass man alle, die aus der Region kommen, zunächst als Muslime stigmatisiert und dann auch noch als gefährliche Muslime, als konservative Muslime, als patriarchalische Muslime. Das ist der große Fehler.

Selbstverständlich kann sie auch begründen, warum das falsch ist: „Muslime, die sich hier sammeln, kommen aus ganz unterschiedlichen Traditionen und Konfessionen. Es gibt hier eine wunderbare Mischung, die man in der islamischen Welt so eng beieinander gar nicht unbedingt findet. Und deswegen fühlen sich manche Muslime hier auch pudelwohl, weil sei eben sagen, das ist nicht alles so streng, man wird auch angehalten, über Islam nachzudenken.“

„Ein buntes Mosaik muslimischen Lebens in Sachsen“, so beschreibt Autorin Klemm ihr lesenswertes Buch. Oder um es mit Artour zu sagen: „Ein spannender Reiseführer auf dem Weg in eine unbekannte Welt, die gleich nebenan zu finden ist.“

 

 

Redaktion

Redaktion

Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

Wie kann es sein, dass einige Herkunftsländer die Aufnahme abgeschobener Asylbewerber verweigern? (mit Update)

Sachsen bekommt Verteilzentrum für Flüchtlinge

Kommentar hinterlassen