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Lesehinweis: Kaum unerfasste Flüchtlinge in Sachsen

Lesehinweis: Kaum unerfasste Flüchtlinge in Sachsen

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Beim Angreifer von Würzburg haben die Behörden zunächst angenommen, es handele sich um einen 17-jährigen Asylbewerber, der in Nürnberg registriert worden ist. Jedoch wird in dieser Aussage mittlerweile gezweifelt und auch der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sagte dem ZDF, es sprächen gute Gründe dafür, dass er sich unter einer anderen Identität gemeldet habe.

Die Freie Presse hat daraufhin die Registrierungssituation in Sachsen genauer untersucht und festgestellt, dass die sächsischen Behörden äußerst flink in der Erfassung von Asylsuchenden sind. Nach Angaben der Landesdirektion seien in Sachsen aktuell maximal 450 Personen noch nicht den Regeln entsprechend registriert. In ganz Deutschland seien 15.000 Asylbewerber durch die Flüchtlingswelle im Vorjahr von den örtlichen Vertretungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge noch nicht zeitnah erfasst worden.

Sachsen habe damit als eines der ersten Bundesländer den Rückstand bei der Registrierung aufgeholt.

Im Beitrag der Freien Presse wird weiterhin kurz und einfach das Verfahren zur Identitätsfeststellung und Überprüfung erläutert:

  • Demnach werden vom Bundesamt neben Pässen auch andere Dokumente wie Geburtsurkunden und Führerscheine zur Prüfung herangezogen und mittels physikalisch-technischer Untersuchungen auf ihre Echtheit überprüft.
  • Außerdem würden zur Registrierung auch biometrische Daten erhoben, also Fotos gemacht und Abdrücke aller zehn Finger genommen. Die Fingerabdrücke werden, egal in welchem EU-Staat, gesichert und – zunächst nur mit einer Kennnummer versehen – an ein zentrales Rechenzentrum der EU in Luxemburg weitergeleitet. Die Freie Presse schreibt:

Stellt eine Person später, unter gleichem oder anderem Namen, in anderen EU-Staaten erneut Asylantrag, können Behörden die Eurodac-Kartei abfragen, und bekommen zunächst den Hinweis, ob es bereits einen Eintrag mit diesem Abdruck gibt oder nicht. Im Falle eines vorhandenen Eintrags sind aus dem einen Land die Personendaten aus dem anderen abzufragen. Seit einer Gesetzesnovelle im Vorjahr hat auch die europäische Polizeibehörde Europol bedingten Zugriff aufs Eurodac-System.

Der gesamte Artikel der Freien Presse ist hier zu finden, nachdem er zunächst vollständig kostenfrei einsehbar war, liegt er inzwischen allerdings hinter der Paywall: Kaum unerfasste Flüchtlinge in Sachsen.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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