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Kommen weniger Touristen nach Sachsen?

Kommen weniger Touristen nach Sachsen?

24. November 2015

Kommen weniger Touristen nach Sachsen?

Die von uns aufgeworfene Frage ist eine, die eher indirekt mit dem Themenkomplex Asyl in Verbindung steht. Sie wird jedoch immer wieder gestellt angesichts der Situation in Sachsen, wo die Debatte um Flüchtlinge und die Asyl-Politik mit besonderer Vehemenz geführt zu werden scheint, wo fast täglich Demonstrationen und Protestaktionen stattfinden und wo sich auch Gewalttaten häufen. Wie sich das auf den Tourismus-Standort Sachsen auswirkt, ist Kern vieler Diskussionen und Mutmaßungen. Wir haben uns mal die Fakten angesehen:

Aktuellen Schlagzeilen zum Trotz liegt der sächsische Tourismus auf Vorjahreskurs: Die Gäste- und Übernachtungszahlen pendeln sich auf einem hohem Niveau ein. Bis einschließlich September 2015 konnte das Reiseland 5,6 Mio. Gäste begrüßen, die 14,3 Mio. Übernachtungen buchten. Das entspricht einem leichten Zuwachs von 0,6 Prozent bei den Gästeankünften und einem minimalen Rückgang 0,2 Prozent bei den Übernachtungen.

Das gab der Landestourismusverband Sachsen (LTV) am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Manfred Böhme, Direktor des LTV, bezeichnet das als ein gutes Ergebnis und bezeichnet 2015 als Konsolidierungsjahr. Schließlich sei es nach mehreren Jahren mit rund 15 Prozent Zuwachs an Touristen auch normal, dass es nicht unendlich so weiter gehen kann.

Kurz zuvor hatte die Dresden Marketing GmbH (DMG) Besucherzahlen für die Landeshaupstadt gemeldet, wie sz-online berichtet. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der DMG, erwartet wie im Vorjahr auch für 2015 wieder 448.000 Übernachtungen. Die negative Berichterstattung aus Dresden – Stichwort PEGIDA – sei laut Bunge zwar bedauerlich, jedoch trage sie nicht zu einem Gästeschwund bei. Dennoch äußern einige Touristen Bedenken über die Sicherheitslage in Dresden.

Interesse ausländischer Touristen wächst

Im Gegensatz dazu betonte Manfred Böhme vom LTV im Hinblick auf einen Imageschaden Dresden bzw. Sachsens durch Pegida:

Es gibt keine nachweisbaren Erkenntnisse, dass wegen Pegida der Tourismus zurückgeht. Die terroristische Gefahr hat größere Auswirkungen auf den Tourismus.

Hinzu komme, dass das Interesse ausländischer Touristen wächst – ein Plus von 3,9 Prozent im Jahr 2015. Dagegen sank die Zahl inländischer Gäste um 0,7 Prozent. Einen Grund dafür sieht Böhme darin, dass die fremdenfeindliche Bewegung um Pegida im Ausland weniger stark wahrgenommen wird als im Inland.

Die meisten ausländischen Gäste Sachsens kommen aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und den USA. Die Zahl russischer Gäste ist stark eingebrochen. Das liege aber vor allem am schwachen Rubel und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes. Laut Mopo24 sei das aber kein Dresden-spezifisches Problem.

Alles in allem zeigt sich Manfred Böhme optimistisch:

Unser Ziel für 2015 sind 7,5 Millionen Gäste und 19 Millionen Übernachtungen. Im Winter ist Sachsen noch einmal stark. Schließlich sind wir das Weihnachtsland schlechthin.

Redaktion

Redaktion

Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.
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