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Gibt es Einschränkungen für das Zünden von Silvester-Feuerwerk?

Gibt es Einschränkungen für das Zünden von Silvester-Feuerwerk?

Feuerwerk, Silvester, AsylunterkünfteUnter den Flüchtlingen, die in Deutschland sind, befinden sich auch zahlreiche Bürgerkriegsflüchtlinge. Viele von ihnen waren von den dramatischen Erlebnissen in ihrer Heimat und von den Fluchterfahrungen betroffen oder sind sogar traumatisiert. Da liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen auf Feuerwerk und Böller in der Silvesternacht sehr sensibel reagieren, da sie möglicherweise an Bomben und Krieg erinnert werden. Eine Lösung dafür könnte ein generelles Verbot von Feuerwerkskörpern um die Asylunterkünfte sein. Der Bezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen hat laut WELT ein solches Verbot in Flüchtlingsunterkünften verfügt – aus Gründen des Brandschutzes, aber auch zur Rücksichtnahme. Wie in Düsseldorf und in Niedersachsen klären die Betreiber von Asylunterkünften die Flüchtlinge an vielen Orten über die Bedeutung von Silvester und der hierzulande üblichen, „fröhlichen“ Knallerei auf.

Behördliche Regelungen werden in Sachsen kein Thema sein. Jana Kindt, die stellvertretende Pressesprecherin der Landesdirektion Sachsen und damit auch für die Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) zuständig, erklärt auf unsere Anfrage:

Nein, diesbezügliche Einschränkungen oder Überlegungen dazu gibt es nicht.

Das DRK Sachsen würde ein solches Verbot begrüßen, wie uns Torsten Wieland von der Presseabteilung auf Anfrage mitteilte. Nichtsdestotrotz erklären sie den Geflüchteten den Feuerwerksbrauch in unserem Land:

Wir geben den Flüchtlingen Verhaltensregeln an die Hand und empfehlen traumatisierten Flüchtlingen, besonders denen in Großzelten und Zelthallen, Ohrenschutz, z.B. Ohropax.

Etwas weiter gehen die Johanniter: Sie rufen die sächsische Bevölkerung aktiv zur Zurückhaltung beim Feuerwerk auf und geben „Tipps für einen sicheren Start ins neue Jahr“.

Fazit

Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen kann das Jahr 2016 allerorts mit buntem und lautem Feuerwerk begrüßt werden. Gegenseitige Rücksichtnahme ist dabei genauso angebracht wie in jedem Jahr – auch und gerade im Umfeld von Asyl-Unterkünften.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.
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