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Gehen Flüchtlingskinder in die Schule?

Gehen Flüchtlingskinder in die Schule?

21. Oktober 2015

asyl_schule02Das Recht, eine deutsche Schule zu besuchen, haben alle Flüchtlingskinder. In den meisten Bundesländern, so auch in Sachsen, besteht sogar eine Schulpflicht. Die ist unabhängig vom Aufenthaltsstatus und auch davon, ob die Kinder gute oder schlechte Bleibeperspektiven haben.

Ab wann müssen sie zur Schule gehen?

Wie bei allen anderen Kindern in Deutschland spielen das Alter und das Geburtsdatum eine entscheidende Rolle. Sogenannte „Stichtage“ legen fest, wann das Kind schulpflichtig wird. Diese Stichtage sind in jedem Bundesland anders und können bei bildungsserver.de eingesehen werden. In Sachsen werden alle Kinder schulpflichtig, die bis zum 30. Juni eines Jahres ihren sechsten Geburtstag feiern.

Für Flüchtlingskinder gibt es aber oft folgende Einschränkung: Die meisten Kinder werden erst dann einer Schule zugewiesen, wenn sie der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) verlassen haben und klar ist, in welcher Gemeinde sie in Zukunft wohnen. „In Thüringen müssen Kinder […] spätestens nach drei Monaten in die Schule, in Baden-Württemberg gilt die Pflicht nach sechs Monaten. Damit soll vermieden werden, traumatisierte Kinder sofort nach ihrer Ankunft zum Schulbesuch zu verdonnern,“ heißt es bei Spiegel Online. „Hamburg setzt mit dem Unterricht bereits in der Erstaufnahme-Einrichtung an.“

Von wie vielen Kindern sprechen wir?

Dazu finden sich überall unterschiedliche Prognosen. Fakt ist, dass im letzten Schuljahr in Sachsen 25.671 Migranten unterrichtet wurden. Das entsprach einem Plus von 34,3 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2013/14. Bundesweit geht man für das Schuljahr 2015/16 von 270.000 bis 400.000 minderjährigen Asylbewerbern und Flüchtlingen aus.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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4 Kommentare

  1. Es ist aus meiner Sicht immens wichtig, dass die Kinder in die Schule gehen. Nur so haben sie eine Zukunft jenseits von Hartz4. Nur so können wir (der Staat, die Gesellschaft) ihnen unsere Vorstellungen von Werten und Normen vermitteln. Nur so können wir gemeinsam(!) unsere Werte weiterentwickeln, voneinander lernen. Und über die Kinder kommen wir (wieder die Gesellschaft) auch an die Eltern, sofern das notwendig ist. Was sich am Ende dann auch wieder auf ihre Heimatländer auswirken kann.

    Aber – und da liegt die große Herausforderung – das ist mit einem „wir schaffen das“ nicht getan. Dazu muss richtig Geld in die Hand genommen werden. Schulen ausgebaut, Lehrer ausgebildet und angestellt werden. Sozialarbeiter, Integrationshelfer in die Schule integriert werden. DAS sehe ich als Herausforderung. Davor, dass dies nicht oder nur halbherzig und damit auf dem Rücken der Kinder verschlampt wird, davor hab ich Befürchtungen. Die Menschen machen mir keine Angst. Die wollen nur das, was wir alle wollen. In Frieden leben.

  2. Bei uns ist die Schule mit den Asylanten so voll, das es nicht einmal eine möglichkeit gibt die Klasse zu wiederholen

    danke merkel…

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