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Dürfen Asylbewerber in Leipzig oder anderen Städten schwarzfahren?

Dürfen Asylbewerber in Leipzig oder anderen Städten schwarzfahren?

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Im Netz kursieren Gerüchte, dass deutsche Verkehrsbetriebe bei Asylsuchenden ohne Fahrschein wohl öfter mal ein Auge zudrückten. Erst zuletzt tauchte dieser vermeintliche Beweis eines solchen Vorfalls in Leipzig auf: Normalerweise müssen Leipziger Schwarzfahrer für ihr Vergehen ohne Umschweife 60 Euro zahlen, doch für einen asylsuchenden Tunesier wurde lediglich eine Verwarnung ausgesprochen.

Die Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe stellte diesbezüglich gegenüber der Bild klar:

Die Verwarnung, die hier erteilt wurde, ist ein Einzelfall. Die in den sozialen Medien kursierenden Behauptungen, dass Asylsuchende kostenlos befördert werden, sind falsch.

In Hamburg ist es jedoch bereits anerkannt, dass die Beförderungsbetriebe bei Asylsuchenden mehr Kulanz walten lassen, wie die Welt berichtet. Demnach würden die Hamburger Prüfbetriebe dazu angehalten, bei Asylsuchenden mit „Augenmaß“ zu urteilen, ob es sich tatsächlich um mutwilliges Schwarzfahren oder einen bloßen Fehltritt aufgrund mangelnder Sprach- und Tarifkenntnisse handele. Der HVV vertstehe sein Vorgehen als menschliche Geste und umsichtigen Umgang mit Menschen, die traumatische Erfahrungen hinter sich haben.

Eine solche Regelung lehnen die Leipziger Verkehrbetriebe jedoch ab. Pressesprecher Marc Backhaus erklärte auf Nachfrage von Asylfakten.de:

Die AGB der Leipziger Verkehrsbetriebe sowie die Beförderungsbedingungen gelten für alle Fahrgäste und es gibt keine Ausnahmen.

Redaktion

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Wir sind das Team von stawowy media, einem Dresdner Redaktionsbüro unter Leitung von Peter Stawowy. Seit 2010 betreiben wir unter anderem das unabhängige Medienblog Flurfunk Dresden, 2014 ist erstmals unser gedrucktes Magazin Funkturm erschienen. Dieses Faktencheck-Blog zum Thema Asyl ist aus der Frage geboren, was wir tun können, um die hitzigen Diskussionen zu versachlichen.

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